Montag
24
September
2018
 
Wissenwertes

Kunst & Kultur


Mit dem Museumsufer hat Sachsenhausen ein einzigartiges Angebot. Kultur steht aber auch auf vielen kleinen und großen Bühnen im Mittelpunkt – und natürlich auf der Leinwand.

Ikonenmuseum: Kult-Stätte

Der künstlerische „Grundstock“ des in Hessen einzigartigen Museums ist Jörgen Schmidt-Voigt (1917 – 2004) zu verdanken. Sage und schreibe 800 Ikonen überließ der bekannte Mediziner der Stadt Frankfurt im Jahr 1988. Dass der Königsteiner Kardiologe, der aus beruflichen Gründen auch ins ferne Russland reiste, für seine Dienste lieber farbenprächtige Kultbilder als hohe Honorare nahm, war bis zu diesem Zeitpunkt kaum bekannt. Die durch Ankäufe, Schenkungen und Leihgaben erweiterte Sammlung christlich-orthodoxer Kunstwerke umfasst inzwischen mehr als 1000 Exponate aus dem 15. bis 20. Jahrhundert. Da neben historischen Stücken auch Ikonen der Neuzeit von Interesse sind, gibt es Sonderausstellungen etwa zu Marilyn Monroe. Den passenden Rahmen für sämtliche Objekte gestaltete Oswald Matthias Ungers, der das ehemalige Refektorium des Deutschordenshauses in ein kleines Museum mit Studiocharakter verwandelte.

Brückenstraße 3 – 7
Tel.: 069 21236262
Internet: www.ikonenmuseumfrankfurt.de
Öffnungszeiten: Die. – So. 10.00 – 17.00 Uhr, Mi. 10.00. – 20.00 Uhr
ÖPNV: Bus 30/36 Elisabethenstraße


Klosterpresse: Kreative Truppe

Früher gaben die Räume im Karmeliterkloster und eine alte Druckmaschine der Klosterpresse der Künstlerwerkstatt ihren Namen. Und der hat sich längst etabliert. So haben die Mitglieder ihn übernommen, als sie im Mai 2007 in den neu gestalteten Frankensteiner Hof in Alt-Sachsenhausen gezogen sind. Die bunte Truppe aus Malern, Musikern, Keramikern, Lyrikern und anderen kreativen Köpfen sollte dazu beitragen, das historische Viertel zu beleben. Und das ist gelungen, denn wechselnde Ausstellungen, Lesungen, Musik- und Filmabende sowie Theater locken immer wieder viele Besucher an. Dabei hat Mainstream keine Chance. Hinzu kommt, dass es in der Paradiesgasse auch kleine Ateliers und Werkstätten gibt, in denen die Künstler arbeiten und sich dabei auch mal über die Schulter blicken lassen

Paradiesgasse 10
Tel.: 069 13825958
Internet: www.klosterpresse.de
ÖPNV: Bus 30/36 Affentorplatz


Theater Gerlichraabe: Vorhang auf!

Was einst eine Kneipe war, präsentiert sich heute als Theater: Sylvia Gerlich-Raabe, Leiterin des Ensembles Gerlichraabe, ist eine passionierte Schauspielerin und liebt Sachsenhausen. Gründe genug, eine kleine Bühne im historischen Viertel zu etablieren. Ende 2008 hat sie das „Alte Bierhaus“ komplett umgestaltet und trägt seitdem mit viel Eifer dazu bei, mehr Kultur ins Quartier zu bringen. In dem rund 30 Quadratmeter großen Raum können die Zuschauer Theater hautnah erleben. Dabei stehen Anton Tschechow und Ingeborg Bachmann genauso auf dem Programm wie eine hessische Version des „Kleinen Prinzen“. Ziel ist es, eine gute Mischung von heiter bis ernst hinzubekommen. Freunde von Komödien zum Schenkel klopfen sollten aber draußen bleiben. Bei größeren Produktionen weicht das Ensemble in die nahe gelegene Klosterpresse oder ins Bibliothekszentrum aus.

Große Rittergasse 69 – 71
Tel.: 069 683745
Internet: www.gerlichraabe.de
ÖPNV: Linie 14 Frankensteiner Platz, Bus 30/36 Affentorplatz


Lesebühne: Schmökerstunde

Sie finden Lesungen langweilig? Dann waren Sie noch nicht im Ponyhof, wenn die Lesebühne dort Station macht. Was 2002 in der Frankfurter Schule in der Fichardstraße als Versuch begann, hat inzwischen Kultcharakter. Das hätte sich Tilmann Birr nicht träumen lassen, der einst feststellen musste, dass es in Berlin sehr viele, in Frankfurt dagegen kaum Lesebühnen gibt. Es war höchste Zeit, das zu ändern. Gut so, denn es herrscht Hochbetrieb in der Klappergasse 16, wenn es jeden zweiten Sonntag im Monat literarisch zur Sache geht. Gemeinsam mit Lisa Danulat, Dramatikerin und Hausautorin am Staatstheater Mainz, Kabarettist Severin Groebner, Liedermacher Elis und Timon Manoukis liest Tilmann Birr nicht nur neue und vor allem komische Geschichten vor. Manchmal spielen sie kleine Szenen oder singen Lieder. Dazu holt sich das Team auch gerne Gastredner aus ganz Deutschland.

Klappergasse 16
Internet: www.dielesebuehne.de
Öffnungszeiten: jeden zweiten So. im Monat ab 21.00 Uhr


Harmonie: Wo Popcorn-Kino keine Chance hat

Neben Cinestar und Co. in Frankfurt und Umgebung ist die Harmonie in Sachsenhausen eine willkommene Abwechslung. Im Gegensatz zu den seelenlosen Großkinos hat sich das gemütliche Filmtheater den Charme eines echten Lichtspielhauses bewahrt. Das sowohl renovierte als auch modernisierte Kino verfügt über einen kleinen (90 Personen) und einen großen Saal (210 Plätze) – letzterer sogar mit Balkon. Auf dem Programm stehen Arthouse-Produktionen und gehobenes Entertainment abseits des Hollywood-Mainstreams. Sämtliche Streifen flimmern erfreulicherweise ohne lästige Werbung über die Leinwand. Nachteulen dürften allerdings die in vielen anderen Häusern zumindest am Wochenende üblichen Spätvorstellungen vermissen.

Dreieichstraße 54
Tel.: 069 66371836
Internet: www.arthouse-kinos.de
Öffnungszeiten: ja nach Vorstellung
ÖPNV: S 2 – 6, Linien 14 – 16 Textorstraße, Bus 30/36/45 – 48/653 Lokalbahnhof


Bibliothekszentrum: Nicht nur für Bücherwürmer

Das Jahr 2009 war ein Glückfall für das Bibliothekszentrum: Damals zog die Bücherei vom Lokalbahnhof in das umgebaute ehemalige Straßenbahndepot. Seitdem ist das Angebot auf den rund 1000 Quadratmetern noch größer. Neben 35.000 Medien stehen fünf Internet-Terminals, zehn Multimedia-PCs und eine Lernstation für das erste bis 13. Schuljahr mit Lexika, Software sowie Sachliteratur zur Verfügung. In der so genannten Freestyle-Ecke speziell für Jugendliche gibt es nicht nur aktuelle Bücher, sondern auch Comics, PC-Spiele, DVDs, CD-Roms und eine Play-Station. Außerdem erwartet Besucher in dem Zentrum ein breit gefächertes kulturelles Programm, das von Angeboten für die Kleinen wie Bilderbuch-Kino oder Bastelnachmittage über Theater und Lesungen für Erwachsene am Abend bis zu wechselnden Ausstellungen reicht. Auch der Standort der Bibliothek in einem Viertel mit Lokalen, Cafés und Einkaufsmöglichkeiten macht den großen Erfolg aus.

Hedderichstraße 32
Tel.: 069 212-33958
Internet: www.stadtbuecherei-frankfurt.de
Öffnungszeiten: Mo./Mi./Fr. 11.00 – 17.00 Uhr, Die./Do. 13.00 – 19.00 Uhr, Sa. 11.00 – 14.00 Uhr
ÖPNV: S 3 – 6, U 1 – 3, Linien 14 – 16/19, Bus 45/47/48/61/78/80/653 Südbahnhof


Musik-Lokal Südbahnhof: Der Rhythmus, bei dem jeder mit muss

Sie sind schon legendär: die musikalischen Frühschoppen an jedem Sonntag. Ihren Ursprung haben sie auf dem ehemaligen Schlachthofgelände, das aber Mitte der 90er Jahre dem neuen Deutschherrnviertel weichen musste. Kein Problem, Thomas Schlegel setzte daraufhin das Programm im Südbahnhof fort. Bis heute starten hier Familien mit Rock, Pop, Soul oder Jazz in den Sonntag, Kinder haben freien Eintritt. Musikgrößen wie Joy Fleming oder die Beatles Revival Band stehen dann auf der Bühne. Der Samstagabend gehört meist den Disco-Freunden. Bei den beliebten Ü-30-Partys können sich alle über 30-Jährigen zu der Musik der 1970er – 90er Jahre und den Hits aus den aktuellen Charts auf der Tanzfläche austoben. Regelmäßig lädt auch die hr Big-Band zum Konzert in den Südbahnhof ein, um die Besucher zum Swingen zu bringen. Keine Frage, hier spielt die Musik.

Diesterwegplatz
Tel.: 069 633201
Internet: www.suedbahnhof.de
ÖPNV: S 3 – 6, U 1 – 3, Linien 14 – 16/19, Bus 45/47/48/61/78/80/653 Südbahnhof


Die Fabrik: Bühne frei für neue Talente

Ein Kulturzentrum der besonderen Art ist die 1881 errichtete Fabrik schon seit mehreren Jahren. Wo früher Mineralöl hergestellt und abgefüllt wurde, finden heute Konzerte und Lesungen statt. Engagierte Initiatoren der Veranstaltungen im Hauptgebäude sind die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins „Kultur in der Fabrik“. Während unter dem Motto „Jazzlab“ erfahrene Musiker und junge Künstler das Publikum begeistern, stehen bei „Different Colors“ Noten aus aller Welt auf dem Programm. Für geistig behinderte Menschen mit großer künstlerischer Begabung bietet die denkmalgeschützte Fabrik ebenfalls ausreichend Platz. Das in der Remise untergebrachte „Atelier Goldstein“ ermöglicht den Malern und Bildhauern, professionell zu arbeiten und auszustellen. Für das leibliche Wohl sorgt die Gastronomie im urigen Gewölbekeller. Kostas Tsapakidis, der Betreiber der Taverna Omikron, serviert seine mediterrane Küche bei steigenden Temperaturen auch im Sommergarten. Und die schmeckt!

Mittlerer Hasenpfad 5
Internet: www.die-fabrik-frankfurt.de
ÖPNV: Linie 14 Schweizer Straße/Mörfelder Landstraße


Frankfurt Art Bar: Mit den Künstlern auf Du und Du

Einst liefen hier die Maschinen auf Hochtouren, heute ist im Ziegelhüttenweg 32 Kreativität gefragt. Denn 2005 hat in der ehemaligen Druckerei die Frankfurt Art Bar eröffnet. Während die Besucher die Leckereien aus der Küche genießen, bekommen sie auf der Bühne jeden Abend ein anderes musikalisches Programm serviert. Meistens schlagen die Künstler, von denen Betreiberin Janice Young viele persönlich kennt, jazzige Töne an. Aber auch Swing, Latin, Funk, Chansons und irische Klänge sind in dem familiären Lokal zu hören. Theater, Lesungen, Ausstellungen und Kabarett runden das Ganze ab. Donnerstags ist die Bühne für Nachwuchsmusiker und -literaten freigegeben, die sich dann rund 15 Minuten lang erstmals der Öffentlichkeit präsentieren können. Einmal im Monat wird sonntags nachmittags zum Swing-Tanztee geladen. Bei den meisten Veranstaltungen ist der Eintritt frei.

Ziegelhüttenweg 32
Tel.: 069 63307938
Internet: www.frankfurtartbar.de
Öffnungszeiten: Die – Sa. ab 18.00 Uhr
ÖPNV: Linie 14 Schweizer Straße/Mörfelder Landstraße


Museum Giersch: Heimische Kunst öffentlich gemacht

Das jüngste Museum von Frankfurt ist der Kunst- und Kulturgeschichte des Rhein-Main-Gebiets gewidmet – und die kann sich durchaus sehen lassen. In der neoklassizistischen Villa am Sachsenhäuser Ufer reihen sich seit nunmehr zehn Jahren die Werke regionaler Maler, Grafiker, Bildhauer, Architekten und Fotografen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts aneinander. Während das Erdgeschoss des ursprünglich für Philipp Holzmann errichteten Gebäudes einer kleinen Auswahl an Frankfurter Malerei vorbehalten ist, finden auf der ersten bis dritten Etage wechselnde Ausstellungen statt. Das lediglich durch die Stiftung Giersch finanzierte Museum hat sich darauf spezialisiert, Leihgaben etwa aus privaten Sammlungen zu präsentieren, die öffentlich nicht zugänglich sind.

Schaumainkai 83
Tel.: 069 63304128
Internet: www.museum-giersch.de
Öffnungszeiten: Die. – Do. 12.00 – 19.00 Uhr, Fr. 12.00 – 17.00 Uhr, Sa./So. 11.00 – 17.00 Uhr
ÖPNV: Linien 12/15/16/19, Bus 46 Stresemannallee/Gartenstraße


Liebieghaus Skulpturensammlung: Macht eine gute Figur

Wo früher der böhmische Textilfabrikant Heinrich Baron von Liebieg residierte, ist heute eine der bedeutendsten Skulpturensammlungen von ganz Europa untergebracht. In den Räumen des prachtvollen Gründerzeitgebäudes samt Galerieanbau finden sich griechische, römische und ägyptische Figuren aus der Antike; dazu Stücke aus Mittelalter, Renaissance, Barock und Klassizismus sowie ostasiatische Skulpturen. Zu den Höhepunkten des im Laufe der Zeit auf 3000 Werke angewachsenen Bestands gehören die marmorne Athena des Myron, der Rimini-Altar aus Alabaster und der ebenfalls marmorne Marsyas-Sarkophag „Alberici“ – eines der bekanntesten Werke des ausgehenden zweiten Jahrhunderts. Neben geistiger gibt es auch körperliche Nahrung: Das Café im Liebieghaus verkauft den besten Kuchen von Sachsenhausen, der im museumseigenen Park gleich doppelt gut schmeckt.

Schaumainkai 71
Tel.: 069 6500490
Internet: www.liebieghaus.de
Öffnungszeiten: Die./Fr. – So. 10.00 – 18.00 Uhr, Mi./Do. 10.00 – 21.00 Uhr
ÖPNV: Linien 15/16/19 Otto-Hahn-Platz, Bus 46 Städel


Städel Museum & Städelsches Kunstinstitut: Kunst für jeden Geschmack

Auf ihr Städel sind die Sachsenhäuser besonders stolz: Neben dem „Weiblichen Idealbildnis“ von Sandro Botticelli beherbergt das zwischen 1874 und 1878 im Stil der Gründerzeit errichtete Gebäude viele weitere bedeutende Werke. Mit 2800 Gemälden und 600 Skulpturen sowie 100.000 Zeichnungen und Druckgrafiken gewährt das Museum einen außergewöhnlichen Einblick in 700 Jahre europäische Kunstgeschichte. Vom frühen 14. Jahrhundert über Renaissance und Barock bis hin zu Klassischer Moderne und Gegenwart. Um die kontinuierlich wachsende Sammlung zeitgemäß präsentieren zu können, arbeiten momentan zahllose Handwerker am unterirdischen Erweiterungsbau. In der 3000 Quadratmeter großen Museumshalle finden ab Sommer 2011 alle Kunstwerke Platz, die nach 1945 entstanden sind. Im linken Seitenflügel des Städel ist ein ganz anderer Künstler am Werk: Jo Ballmann, der im Holbein’s internationale Küche für Feinschmecker serviert.

Schaumainkai 63
Tel.: 069 6050980
Internet: www.staedelmuseum.de/de
Öffnungszeiten: Die./Fr. – So. 10.00 – 18.00 Uhr, Mi./Do. 10.00 – 21.00 Uhr
ÖPNV: Linien 15/16/19 Otto-Hahn-Platz, Bus 46 Städel


Museum für Kommunikation: Hier werden Verbindungen geschaffen

Hätten Sie gewusst, dass der erste funktionierende Apparat zur Übertragung von Tönen mittels elektrischer Leitungen – also das erste Telefon – dem hessischen Physiklehrer Johann Philipp Reis zu verdanken ist? Durch einen Besuch der erstaunlich vielfältigen Ausstellung mit zahlreichen interaktiven Stationen lässt sich so manche Bildungslücke schließen. Weil der Fokus nicht nur auf historischen Objekten, sondern auch auf aktuellen Entwicklungen liegt, gibt es neben alten Postkutschen und seltenen Radiogeräten immer Neues zu entdecken. Da das Museum für Kommunikation lediglich Teile der Sammlung zeigen kann, stehen Führungen durch das Heusenstammer Depot auf dem Programm. Die Hin- und Rückfahrt im gelben Postbus von 1925 ist für die Besucher eine ebenso große Attraktion wie die köstlichen Brownies und Cookies aus dem museumseigenen Café. Mit Pächterin Dianne Sinclair ist hier immerhin eine echte Amerikanerin am Werk.

Schaumainkai 53
Tel.: 069 6960601
Internet: www.mfk-frankfurt.de
Öffnungszeiten: Die. – Fr. 9.00 – 18.00 Uhr, Sa./So./Feiertage 11.00 – 19.00 Uhr
ÖPNV: U1 – 3 Schweizer Platz, Linien 15/16/19 Schweizer-/Gartenstraße, Bus 46 Untermainbrücke


Deutsches Architekturmuseum: Drei unter einem Dach

Ausstellungsraum, Sammlungsort, Diskussionszentrum: Das 1984 eröffnete Museum hat seinen Besuchern allerhand zu bieten. In der nach den Plänen des renommierten Kölner Architekten Oswald Mathias Ungers umgebauten Gründerzeitvilla sind sowohl aktuelle als auch historische Wanderausstellungen zu Architektur und Städtebau an der Tagesordnung. Die Dauerausstellung „Von der Urhütte zum Wolkenkratzer“ veranschaulicht mithilfe von 25 Modellpanoramen die Entwicklungsgeschichte der Baukunst. Im Zentrum des komplett in Weiß gestalteten Museums findet sich übrigens eine kubische Konstruktion – ein von eigenen Wänden umschlossenes „Haus-im-Haus“, das als allgemeine Metapher für Architektur zu verstehen ist. Während der Schulferien öffnet regelmäßig die Lego-Baustelle, die kleinen und großen Nachwuchs-Architekten viel Spaß macht.

Schaumainkai 43
60596 Frankfurt
Tel.: 069 212-38844
Internet: www.dam-online.de
Öffnungszeiten: Di./Do. – Sa. 11.00 – 18.00 Uhr, Mi. 11.00 – 20.00 Uhr, So 11.00 – 19.00 Uhr
ÖPNV: U1–3 Schweizer Platz, Linien 15/16/19 Schweizer-/Gartenstraße, Bus 46 Untermainbrücke


Deutsches Filmmuseum: Wo sich die Stars tummeln

Das Mitte der 80er Jahre eröffnete Museum hat sich über die hessischen Grenzen hinaus einen hervorragenden Ruf erworben. Damit das so bleibt, sind momentan innen wie außen weitreichende Umbauten im Gange. Gemäß dem Motto „mehr Raum für den Film“ bietet das zwischenzeitlich komplett entkernte Gebäude ab Sommer 2011 etwa 30 Prozent zusätzliche Fläche. An Café, Museums-Shop und Mediathek vorbei, geht es in die erste und zweite Etage, wo sich auf 800 Quadratmetern die neue Dauerausstellung präsentiert – von den historischen Vorläufern der Kinematografie bis zu den Prinzipien der Filmsprache. Der dritte Stock ist den Sonderausstellungen etwa zu einzelnen Genres vorbehalten. In der vierten Etage befindet sich ein großzügiger Werkstattbereich. Dank des komplett modernisierten Kinos sowie zahlreichen Workshops für Kinder und Jugendliche steht auch weiterhin Filmgeschichte zum Anschauen und Anfassen auf dem Programm.

Schaumainkai 41
Tel.: 069 9612200
Internet: http://deutsches-filminstitut.de/
Öffnungszeiten: ab Sommer 2011
ÖPNV: U 1 – 3 Schweizer Platz, Linien 15/16/19 Schweizer-/Gartenstraße


Weltkulturen Museum: Globale Kult(o)ur

Das 1904 gegründete Weltkulturen Museum hat eine einzigartige Sammlung von 67.000 Artefakten aus allen Teilen der Welt. Darüber hinaus verfügt es über eine Mediathek mit etwa 120.000 Fotografien, historischer und zeitgenössischer ethnografischer Filme und eine über 50.000 Bücher und Zeitschriften umfassende Bibliothek. Unter Anleitung der Forschungskustoden des Museums werden internationale Kuratoren, Wissenschaftler, Künstler und Studenten im Weltkulturen Labor dazu eingeladen, Objekte aus der Sammlung neu zu interpretieren. Das Museum, beherbergt in drei Gründerzeitvillen am Schaumainkai, produziert öffentliche Ausstellungen, veranstaltet verschiedene Events, erteilt Wissenschaftlern, Schriftstellern und bildenden Künstlern Forschungsaufträge und entwickelt innovative Bildungskonzepte.

Schaumainkai 29 – 37
Tel.: 096 21231510
Internet: www.weltkulturenmuseum.de
Öffnungszeiten: bitte der Website entnehmen
ÖPNV: U 1 – 3 Schweizer Platz, Linien 15/16/19 Schweizer-/Gartenstraße


Bibelhaus Erlebnis Museum: Der Name ist Programm

Die Bibel und ihre Botschaft sind das zentrale Thema des 2003 eröffneten Museums. Was steht im Buch der Bücher? Wer hat es geschrieben? Was sagt es mir heute? Auf diese und ähnliche Fragen erhalten Besucher jeder Altersstufe sowohl wissenschaftlich fundierte als auch leicht verständliche Antworten. Da das Bibelhaus ein interaktiver Ort der Geschichtsvermittlung ist, kann man in die Welt des am häufigsten übersetzten Buches eintauchen, und zwar mithilfe originaler Funde sowie zahlreicher Erlebnisstationen. Nach mehrmonatigen Umbauarbeiten präsentiert sich das Museum seit Frühjahr 2011 überdies mit einer neu inszenierten Dauerausstellung: Verschiedene Aspekte eines Zeitraums von etwa 200 Jahren um Christi Geburt stehen hier im Focus – vom Leben am Tempel über Verfolgung und Widerstand bis hin zu Jugend und Musik.

Metzlerstraße 19
Tel.: 069 66426529
Internet: www.bibelhaus-frankfurt.de
Öffnungszeiten: Die. – Sa. 10.00 – 17.00 Uhr, Mi. 10.00 – 20.00 Uhr, So. 14.00 – 18.00 Uhr
ÖPNV: U1 – 3 Schweizer Platz, Linien 15/16/19 Schweizer-/Gartenstraße


Museum für Angewandte Kunst Frankfurt: Kunsthandwerk – Handwerkskunst

Inmitten der weitläufigen Parklandschaft des Museums für Angewandte Kunst steht das strahlend weiße Gebäude von Stararchitekt Richard Meier. Der in Kuben angeordnete Komplex, der die herausragende Sammlung europäischen, aber auch asiatischen Kunsthandwerks seit 1985 beherbergt, legt sich winkelförmig um die klassizistische Villa Metzler – das frühere Museumsgebäude. Im Inneren erwartet den Besucher eine zweiläufige Rampe, die zu den einzelnen Etagen und Epochen führt. Die Ausstellung umfasst Exponate aus Mittelalter, Renaissance und Barock, Klassizismus und Historismus, Jugendstil und Art Déco sowie Objekte, die nach 1945 entstanden sind. Eine Abteilung für Produktdesign mit Gebrauchsgegenständen ab 1900 und eine Vielzahl von Stücken aus den Bereichen Buchkunst und Grafik ergänzen das Angebot.

Schaumainkai 17
Tel.: 069 21234037
Internet: www.angewandtekunst-frankfurt.de
Öffnungszeiten: Die./Do. – So. 10.00 – 17.00 Uhr, Mi. 10.00 – 21.00 Uhr
ÖPNV: Bus 46 Eiserner Steg


Ausstellungshalle: Für Lokalmatadoren

Weit mehr als eine Galerie ist die Ausstellungshalle, die im April 1999 im Hinterhof eines Fachwerkhauses eröffnet wurde. In der ehemaligen Waschhalle, 250 Quadratmeter groß, möchte der Leiter Dr. Robert Bock zusammen mit dem Verein „Kunst in Frankfurt“ ein gemeinnütziges Kultur- und Bildungsprogramm bieten. Wobei der Schwerpunkt auf Einzel- und Gruppenausstellungen von Frankfurter Künstlern liegt. Die Richtungen sind breit gefächert, reichen von Malerei und Zeichnungen über Bilderhauerei bis zur Fotografie. Gleichzeitig sollen die Künstler Gelegenheit bekommen, Kontakte zu Galerien und Sammlern zu knüpfen, um von ihrer Arbeit auch leben zu können. Theater, Lesungen, Diskussionsabende, Musik- und Filmaufführungen stehen hier außerdem auf dem Programm. In der Ausstellungshalle wurde auch der Erfolg der so genannten Stilblüten begründet, eine Messe, die jungen Modemachern eine Chance bietet, ihre Kollektionen zu präsentieren.

Schulstraße 1A
Tel.: 069 96200188
Internet: http://ausstellungshalle.info
ÖPNV: Bus 30/36 Elisabethenstraße

 

Texte: Andrea Möller und Andreas Flender in

"Sachsenhausen - die schönsten Streifzüge durch Frankfurt"

Societäts-Verlag 2011, ISBN 978-3-7973-1250-1